Ausbildung abbrechenMan sollte einen Ausbildungsplatz nicht leichtfertig aufgeben. Wenn Sie dennoch Ihre Ausbildung abbrechen wollen, zeigen wir Ihnen die Alternativen auf.

Für die Kündigung des Ausbildungsverhältnisses ist es ausschlaggebend, wie lange bzw. ob Sie schon mit der Ausbildung begonnen haben. Sie haben generell folgende Möglichkeiten.

Ausbildung vor Beginn kündigen

Vor Beginn der Ausbildung können Sie Ihr Ausbildungsverhältnis noch relativ flexibel kündigen. Sollte nicht explizit etwas in den Vertragsunterlagen geregelt sein, kann der Vertrag ohne die Einhaltung einer Frist von beiden Seiten gekündigt ohne die Einhaltung einer Frist werden. Sollten Sie einfach nicht zum ersten Arbeitstag erscheinen haben Sie auch keine Sanktionen zu erwarten. Besser ist jedoch sicherlich die Kündigung des Verhältnisses und eine persönliche Entschuldigung beim potenziellen Arbeitgeber. Sie wissen nie wann Sie diesen Kontakt wieder benötigen können.

Ausbildung abbrechen in der Probezeit

Im Ausbildungsvertrag wird eine Probezeit vereinbart. Diese kann variabel zwischen 1 und 6 Monate betragen. In dieser Phase ist die Kündigung auch noch sehr einfach. Sie kann laut §22 Berufsbildungsgesetz jederzeit und ohne die Einhaltung einer Kündigungsfrist durchgeführt werden. Die Kündigung muss hier schriftlich erfolgen, um gültig zu werden. Dazu haben wir Ihnen unten eine Musterkündigung für die Ausbildung zur Verfügung gestellt. Vermutlich sind Sie noch minderjährig und benötigen deshalb eine Einwilligung des gesetzlichen Vertreters. Kündigen Sie während der Probezeit hat der Ausbilder Ihnen gegenüber keine Regressansprüche.

Ausbildung abbrechen nach der Probezeit

Nach der Probezeit haben Sie die Möglichkeit den Vertrag ordentlich mit einer Kündigungsfrist von 4 Wochen zu kündigen, wenn Sie die Absicht haben den Beruf aufzugeben bzw. einen anderen Ausbildungsberuf erlernen wollen. Die schriftliche Kündigung wird auch hier vorausgesetzt. Schadensersatzforderungen können hier nicht geltend gemacht werden. Wenn Sie nach der Probezeit allerdings ohne eine entsprechende Begründung die Ausbildung abbrechen, kann der Arbeitgeber Schadensersatz einfordern.

Des weiteren können Sie immer aus einem wichtigen Grund kündigen. Dann müssen Sie keine Kündigungsfrist einhalten. Das ist der Fall, wenn die Weiterführung der Ausbildung für die kündigende Partei nicht weiter zumutbar ist. Der Arbeitgeber muss hier zuerst abmahnen bevor er die fristlose Kündigung aussprechen kann. Auch hier müssen Sie schriftlich kündigen. Der Grund für die Kündigung darf nicht länger als zwei Wochen bekannt sein. Wird die Kündigung so durchgeführt können sowohl der Auszubildende als auch der Ausbildende Ersatz für den entstandenen Schaden verlangen. Dieser kann bis maximal drei Monate nach der Kündigung geltend gemacht werden. Auch hier ist zu beachten, dass bei schlechter Begründung der Kündigung Schadensersatzansprüche wirksam werden können.

Wenn Sie fristlos kündigen müssen Sie darauf achten, dass Sie voraussichtlich für eine gewisse Zeit für das Arbeitslosengeld gesperrt werden.

Ausbildung abbrechen Urlaub

Wird die Kündigung zum sofortigen Zeitpunkt ausgesprochen, haben Sie den Anspruch den Urlaub auszahlen zu lassen. Ansonsten sollten Sie eventuell eine Vereinbarung mit dem Arbeitgeber über den Resturlaub anstreben.

Ausbildung abbrechen Muster

Muster Kündigungsschreiben für die Kündigung Ihrer Ausbildung haben wir Ihnen unter Kündigungsschreiben Ausbildung zusammengestellt.

Ausbildung kündigen: Aufhebungsvertrag

Der Aufhebungsvertrag ermöglicht die einvernehmliche Auflösung des Ausbildungsvertrags. Dieser kann für beide Parteien eine geeignete Lösung sein, einen Vertrag nach Ablauf der Probezeit zu beenden. Dabei einigen sich beide Parteien darauf, dass die Fortführung der Ausbildung nicht sinnvoll ist.

Ein Aufhebungsvertrag ist sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen für beide Vertragspartner verbunden.

Informationen dazu finden Sie unter Aufhebungsvertrag.

Was steht dem Auszubildenden bei der Kündigung zu?

Sie haben das Recht ein Arbeitszeugnis ausgestellt zu bekommen, Ihre Arbeitspapiere zurück zu erhalten, das Gehalt bis zum Termin der Kündigung ausbezahlt zu bekommen, sowie theoretisch die Auszahlung des Resturlaubs, von Überstunden und evtl. Schadensersatz.

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Ausbildung abbrechen - Fristen, Gründe, Schadensersatz Man sollte einen Ausbildungsplatz nicht leichtfertig aufgeben. Wenn Sie dennoch Ihre Ausbildung abbrechen wollen, zeigen wir Ihnen die Alternativen auf. Artikelbewertungen: 4 4.0 / 5 1 4

Kommentare

  1. Anne-Katrin

    Hallo liebe Redaktion,
    leider kann ich nicht zustimmen, dass ein Aufhebungsvertrag tatsächlich eine beste Lösung ist. Es bringt insbesondere dem Arbeitnehmer viele Nachteile, wie Sperre des Arbeitslosengelds sowie Ausfall gesetzlicher Krankenversicherung. Woher ich das weiss: https://www.betriebsrat.de/kuendigung/aufhebungsvertrag/aufhebungsvertrag.html
    Aber Sie schreiben es ja im nächsten Beitrag. Bloß vorsichtig sein mit solchen Aussagen, da nicht alle dann weiter lesen 😉
    VG Anne-Katrin

    1. Wolfi

      Hallo Anne-Katrin,

      Sie haben vollkommen Recht, ein Aufhebungsvertrag muss nicht immer die beste Lösung für beide Seiten sein. Er ist auch mit einigen Nachteilen verbunden. Wir versuchen dem Leser selbstverständlich alle Informationen offen zu legen, welche er davon jedoch überliest liegt nicht in unserer Hand. Dennoch haben wir die Passage etwas abgeändert und noch sichtbarer auf die Nachteile hingewiesen.

      Vielen Dank für Ihr Feedback und beste Grüße
      Ihr meine-kuendigung.de Team

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