AbofalleSie sind in die Abofalle getappt? Hier erfahren Sie was Sie jetzt tun können und wie Sie sich schützen, damit dies nicht wieder geschieht.

Die Abofalle schnappt zu? Ihnen wird eine ungerechtfertigte Rechnung gestellt. Dahinter steckt meist ein Inkasso-Unternehmen oder andere Firmen die sich auf die Abrechnung von Abonnements spezialisiert haben. Viele Verbraucher lassen sich davon beeindrucken und überweisen die ausstehenden Kosten an die Unternehmen. Doch Sie sollten sich nicht einschüchtern lassen. Auch nicht wenn dem Schreiben ein Gerichtsurteil beigefügt hat. Genau dies nutzen viele Betrüger, um Ihre Opfer einzuschüchtern. Hier legen wir Ihnen Ihre Optionen dar, wie Sie auf derartige Forderungen reagieren können und was Sie erwartet, wenn Sie die geforderten Beträge nicht begleichen.

Ich bin in die Abofalle getappt: Was kann ich tun?

Verbraucherzentralen raten erstmal dazu ruhig zu bleiben und den geforderten Betrag nicht zu bezahlen. Lassen Sie sich zunächst einmal nicht beeindrucken, auch nicht, wenn die Schreiben von Anwaltskanzleien oder Inkassobüros übermittelt werden.

Danach gilt es für Sie zu prüfen, ob ein Vertrag zustande gekommen ist. Das ist der Fall, wenn von beiden Parteien eine klare Willenserklärung abgegeben wurde. Dies kann auf unterschiedliche Weise geschehen, wie zum Beispiel durch das Unterschreiben eines Vertrags, durch das Übergeben des Geldes oder ähnliches.

Abofallen eröffnen sich aber oft im Internet. Deshalb hat der Gesetzgeber 2012 die Button-Lösung vorgeschrieben. Danach muss dem Nutzer ganz klar dargestellt werden, dass er mit dem nächsten Klick einen kostenpflichtigen Vertrag eingeht. Wenn der Button also nicht mit Termini wie “Kaufen”, “kostenpflichtig bestellen”, “Zahlungspflichtigen Vertrag abschließen”, oder ähnliches gekennzeichnet ist, kann nicht von einer eindeutigen Willenserklärung durch den Kunden gesprochen werden. Großer Vorteil im e-Commerce: Sie haben bei Verträgen, die im Internet abgeschlossen wurden die Möglichkeit bis 2 Wochen nach Vertragsabschluss Widerruf einzulegen und einen eventuell entstandenen Vertrag rückabzuwickeln. Genauere Infos zum Widerruf erhalten Sie unter Widerrufsrecht Internet und Widerrufsrecht.

Grundsätzlich gilt: Wenn die andere Partei Geld von Ihnen möchte, müssen diese zunächst nachweisen, dass ein Vetrag mit Ihnen abgeschlossen wurde.

Reaktion auf die Abofalle

Auf das Mahnschreiben oder die Rechnung sollten Sie am besten eine Erklärung versenden, dass aus Ihrer Sicht kein Vertrag besteht bzw. dieser nicht zustande gekommen ist. Dies sollten Sie schriftlich erklären und es macht sicherlich Sinn vorsorglich Widerruf gegen den Vertrag einzulegen, falls dieser doch wirksam sein sollte. Wir würden Ihnen empfehlen, unten angegebenes Musterschreiben an Ihre Bedingungen anzupassen und dieses als Einschreiben mit Rückschein an den Anbieter zu senden, um einen möglichen Vertrag noch widerrufen zu können.

Andere Experten raten dazu gar nicht mit den Betrügern zu kommunizieren und die Abofalle zu ignorieren, außer Sie erhalten einen gerichtlichen Mahnbescheid. Auf diesen müssen Sie reagieren. Diesen können Sie innerhalb von 14 Tagen als Widerspruch zurücksenden, denn auch ein Mahnbescheid bedeutet nicht, dass die Forderung rechtmäßig ist.

Wichtig ist, dass Sie keine Informationen preisgeben, die nachteilig gegen Sie verwendet werden können.

Sollten weitere Fragen bestehen, besteht immer die Möglichkeit Kontakt zur Verbraucherzentrale Ihres Bundeslandes aufzunehmen, da diese Erfahrungen mit solchen Fällen haben und auch die Betrüger und deren Handhabe in der Regel kennen. Eine Übersicht über die Verbraucherzentralen gibt´s hier.

 

Wenn Sie keinen Vertrag eingegangen sind, sollten Sie nicht bezahlen. Denn wenn das Geld erst überwiesen ist, ist es erstmal weg und es wird schwierig dieses zurückzufordern.

Musterschreiben für die Reaktion auf die Abofalle

Max Mustermann, Straße/Hausnummer, PLZ/Ort

Anschrift                                                                                               Ort, Datum:
des                                                                                                           Vertragsnummer:

Anbieters

 

Unberechtigte Forderung

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

Sie machen in einem Schreiben einen Betrag von  ………… € für einen Dienst geltend, welchen ich nicht in Anspruch genommen habe. Dementsprechend ist aus meiner Sicht kein kostenpflichtiger Vertrag zustande gekommen. Wenn Sie anderer Meinung sind, bitte ich Sie, dies nachzuweisen und mir die Rahmenbedingungen des Vertragsabschlusses zu übermitteln.

Zudem bitte ich Sie, mir einen Nachweis zu übermitteln, dass Sie mich gemäß des Gesetzes über mein Widerrufsrecht belehrt haben.

Einen angeblich entstandenen Vertrag fechte ich vorsorglich wegen arglistiger Täuschung an. Hilfsweise möchte ich hiermit den Vertrag widerrufen falls dieser dennoch zustande gekommen ist.

Eine Zahlung werde ich dementsprechend nicht veranlassen.

Ich ersuche Sie von Drohungen einer Strafanzeige Abstand zu nehmen. Sollten Sie dies dennoch weiter verfolgen, werde ich rechtliche Schritte gegen Sie einleiten.

Mit freundlichen Grüßen

 

Max Mustermann

 

Hier auch zum Download

Reaktion auf Abofalle PDF

Reaktion auf Abofalle Word

Abofalle: So können Sie sich schützen

Besonders beim e-Commerce bestehen Problematiken. Deshalb sollten Sie vorsichtig sein wenn Sie eine Software oder ähnliches herunterladen. Nutzen Sie dazu vertrauliche Webseiten wie computerbild.de oder chip.de. Besonders beim Download von kostenfreien Diensten sollten Sie aufpassen. Auffällig ist es, wenn für ein kostenfreies Programm Name, Adresse oder Bankverbindung angegeben werden müssen.

Wichtig ist auch ein vorsichtiger Umgang mit Spam-Mails. Hier wird viel Missbrauch betrieben. Wichtig ist, dass Sie hier nie Ihre Daten übermitteln. Prüfen Sie immer zunächst nach, ob es sich beim Absender um den erwarteten Vertragspartner handelt und ob Sie durch das Klicken auf einen Link eventuell ein Abo eingehen.
Denken Sie daran, dass Sie innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsabschluss von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen können.
Es gibt bereits erstellte Listen zu Abzockern. Diese sollten Sie wenn möglich einsehen. Hier zum Beispiel Verbraucherzentrale Hamburg Übersicht Abzockseiten.

Sollte ein Anbieter Forderungen Ihnen gegenüber aufrufen, sollten Sie diesen im Internet suchen und versuchen in Foren Kundenkommentare zu diesem zu finden. Aus diesen können Sie sich ein Bild machen und vielleicht Infos zum möglichen Vorgehen ableiten.

Grundsätzlich macht es Sinn, ein gesundes Misstrauen gegenüber Internetdiensten an den Tag zu legen, da Ihre Daten hier oftmals realtiv einfach genutzt werden können.

 

Der letzte Schritt ist der Gang zum Anwalt. Holen Sie sich rechtliche Unterstützung, falls Sie Hilfe benötigen.

Bild: © rdnzl – Fotolia.com

Abofalle - Was kann ich tun? Sie sind in die Abofalle getappt? Hier erfahren Sie was Sie jetzt tun können und wie Sie sich schützen, damit dies nicht wieder geschieht. Artikelbewertungen: 4 2.8 / 5 1 4

Kommentare

  1. Mia

    Ein Bekannter ist leider auch in so eine Abofalle geraten. Da die Widerrufsfrist schon verstrichen war, ist er recht verzweifelt gewesen. Ich habe ihm geraten einen Anwalt aufzusuchen. Später sagt er, das war der beste Tipp überhaupt. Wie sich herausstellte war das Abo nämlich nicht korrekt und er bekam sein Geld zurück.

    1. Kevin

      Hallo Mia,

      Mit dem Fortschritt der Technik werden auch die Abofallen immer gerissener. Oftmals gründen Sie sich aber nicht auf geltendem Recht. Umso bessern, dass Sie und Ihr Bekannter diesen düsteren “Angeboten” entgegentreten.
      Beste Grüße,
      Kevin von meine-kuendigung.de

  2. König

    mir wurde von Vodafon schon 52,00 EURO vom Konto abgebucht ohne vorher Rechnung bekommen habe,(habe keinen Abo vertrag abgeschlossen )bei Abbuchung vom Konto habe ich bei Vodafon angerufen und alles sperren lassen. Bekomme ich mein Geld nochmals zurück, was muss ich jetzt machen Lg enrico

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.